Widerlegt:

Die 5 größten Vorurteile über Grundeinkommen.

SWR Titel 03

Kennt ihr das? Ihr redet mit Leuten übers Grundeinkommen und es kommen immer die gleichen Sprüche: "Alle liegen dann nur noch in der Hängematte" und "Ist doch viel zu teuer." Wir haben für euch die größten Vorurteile zusammengestellt – und die Gegenargumente natürlich auch ;)



1. Mit einem Grundeinkommen geht doch keiner mehr arbeiten.
Geld ist nur einer von mehreren Gründen, zu arbeiten. Die meisten Arbeitsstunden werden heute unbezahlt geleistet: im Haushalt, in der Pflege von Angehörigen, der Kindererziehung oder im Ehrenamt. Menschen arbeiten, weil sie etwas Sinnvolles tun wollen oder um Anerkennung zu bekommen. Auch der finanzielle Anreiz zur Arbeit geht mit einem Grundeinkommen nicht verloren. Das Geld für Grundbedürfnisse ist gedeckt, aber was man darüber hinaus braucht, muss man selbst verdienen. Das ist, genau wie heute, abhängig von der eigenen Ausbildung und der Arbeitsleistung.

2. Ein Grundeinkommen für Arme ist ok, aber auch für Reiche? Ist das nicht unfair?
Erstmal: Reiche sind genauso Menschen wie Arme. Deshalb sollten auch sie wissen, dass sie, selbst wenn sie pleitegehen, niemals arm sein müssen. Das ist schwer zu denken, aber genau der entscheidende Trick beim Grundeinkommen: Erst wenn alle das Geld bekommen, ist die Stigmatisierung der Bedürftigen, die am Tropf des Staates hängen, überwunden. Erst so fühlt sich Grundeinkommen nicht wie ein Almosen, sondern wie ein Empowerment an. Und: Wohlhabende bekommen heute schon eine Art Grundeinkommen in Form von Steuererleichterungen. Wer Geld als Vertrauensvorschuss erhält, lebt stressfreier, gesünder, sozialer, eigenverantwortlicher und reflektierter … obwohl sie*er das Geld “eigentlich nicht braucht”.

3. Ein Grundeinkommen ist nicht finanzierbar.
Ein Bedingungsloses Grundeinkommen wäre schon heute finanzierbar, wenn wir wollten. Es ist genug Geld da, es muss nur anders verteilt werden, z.B. durch Steuern. Mit Hilfe von Steuern kann man den gesellschaftlichen Reichtum fair verteilen. Was fair ist, wird dabei von Generation zu Generation neu verhandelt.
Ein Grundeinkommen ließe sich finanzieren, wenn wir Steuerausgaben bündeln oder die Erhebung der Steuern radikal verändern, z.B. durch die Einführung einer Finanztransaktions- oder einer Robotersteuer.

4. Wenn alle ein Grundeinkommen erhalten, wer macht dann noch die Drecksarbeit?
Als “Drecksarbeit” bezeichnen wir meistens Tätigkeiten mit schlechten Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung. Heute wird die Existenzangst der Menschen ausgenutzt, um sie zu solchen Arbeiten zu zwingen. Ein Grundeinkommen beendet diesen Zwang.
Ist dann Arbeit zu erledigen, die man selbst nicht machen will, wird man jemanden sehr gut dafür bezahlen, dass er einem diese Arbeit abnimmt, besonders gute Arbeitsbedingungen schaffen (z.B. viel Urlaub und freie Zeiteinteilung) oder sich überwinden, die Arbeit selbst zu machen.

5. Wir haben doch mit Hartz IV schon ein Grundeinkommen.
Hartz IV soll das Existenzminimum sichern, wird aber nicht einfach so ausgezahlt. Das System basiert auf Misstrauen: Beziehende müssen ständig beweisen, dass sie keinen Job finden, sie werden zu Umschulungen gezwungen und müssen von selbst verdientem Geld den Großteil wieder abgeben.
Das ist erniedrigend und zerstört jedes Selbstbewusstsein.
Das Grundeinkommen wird jedem Menschen ausgezahlt – bedingungslos. Es basiert auf Vertrauen, wirkt ermutigend und motivierend.

Unser Experiment hat gezeigt: Genau diese Bedingungslosigkeit weckt in den Menschen Mut, Tatendrang und einen positiven Blick in die Zukunft und auf die Gemeinschaft.

Jetzt Grundeinkommen ausprobieren
Mein Grundeinkommen ist ein gemeinnütziger Verein, der per Crowdfunding Geld für Bedingungslose Grundeinkommen sammelt. Immer wenn 12.000 € zusammen sind, werden sie an eine Person verlost, die dann ein Jahr lang monatlich 1.000 Euro erhält. Bedingungslos.
Stand: 25.03.2019, 14:23 Uhr